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Der Kreislauf (Blutkreislauf)

Wie sieht die vereinfachte Darstellung des Blutkreislaufes aus?

Herz, Gefäßsystem und Blut bilden eine funktionelle Einheit, das Herz-Kreislaufsystem. Das Herz ist der Motor, der das Blut durch die Gefäße pumpt. Die Blutgefäße sind die Transportbahnen für das Blut. Das Blut dient als Transportmittel. Durch das Zusammenwirken von Herz, Blutgefäßen und Blt wird eine gerichtete Bluströmung gesichert. Hierbei werden folgende Blutgefäße unterschieden:

  • Alle Blutgefäße, die das Blut vom Herzen wegführen, werden als Arterien (Schlagadern) bezeichnet.
  • Alle Gefäße, die das Blut zum Herzen zurückführen, werden als Venen (Blutadern) bezeichnet.
  • Zwischen Arterien und Venen liegt das Gebiet der Kapillaren (Haargefäße).
  • Die kleinsten Arterien, die den Kapillaren vorgeschaltet sind, werden als Arteriolen bezeichnet.
  • Die kleinsten Venen, die das Blut aus den Kapillaren sammeln, werden als Venolen bezeichnet.

Wie gelangen die Nährstoffe aus dem Blut in die Zellen?

Im arteriellen Bereich der Kapillaren treibt der Restblutdruck (oder hydrostatischer Druck) von etwa 30 mm/HG Flüssigkeit und kleine Moleküle aus dem Blut in die Zellzwischenräume (Interstitum) des umgebenen Gewebes.

Im Interstitium herrscht der sogenannte koloidosmotische Druck, der durch die Teilchen (z.B. große Eiweiße) ausgelöst wird, die nicht durch eine Membran treten können. Den kolloidosmotischen Druck könnte man auch als „Teilchendruck“ umschreiben. Er ist im Interstitium nur sehr gering, deshalb wird er sozusagen Flüssigkeit aus den Kapillaren in das Interstitium gesogen.

Wie gelangt die Flüssigkeit aus dem Gewebe in den Kreislauf zurück?

Tritt nun Flüssigkeit aus dem arteriellen Bereich der Kapillaren in das Interstitium aus, so verändern sich die Druckverhältnisse im Gewebe. Der kolloidosmotische Druck („Teilchendruck„) sinkt und der hydrostatische Druck (Flüssigkeitsdruck) steigt. Im Bereich der venösen Kapillaren herrscht jetzt im Interstitium in der Summe ein höherer Druck, als im inneren des Blutgefäßes. Deshalb wird von der vorher ausgetretenen Flüssigkeit ein großer Teil wieder in die venösen Kapillaren aufgenommen. Man spricht auch von Reabsorption. Insgesamt werden so jeden Tag 20 Liter Flüssigkeit aus den arteriellen Kapillaren in die Zellzwischenräume (Interstitium) geleitet. 18 Liter werden im venösen Schenkel der Kapillaren wieder wieder aus dem Gewebe aufgenommen. Die restlichen 2 Liter gelangen in das Lymphsystem und von dort wieder ins Blut. Ist dieses Gleichgewicht gestört, so kommt es zu Flüssigkeitseinlagerungen in das Gewebe, den sogenannten Ödemen.

Welche Ausfahrten werden am häufigsten genutzt?

Das Blut gelangt über den Blutkreislauf zu allen Körperzellen. Die Hauptaufgaben des Blutkreislaufes sind: der Bluttransport und die Blutverteilung.

1. Der Bluttransport

Mit dem Blut gelangen Sauerstoff und energiereiche Substrate zu den Zellen. Kohlendioxid und andere Stoffwechselprodukte werden zu den Orten ihrer Ausscheidung gebracht (Lunge, Darm, Niere). Außerdem werden transportiert:

  • Wirkstoffe (Vitamine, Hormone, Enzyme)
  • Abwehrstoffe (Antikörper)
  • Wasser und Salze

2. Die Blutverteilung

Durch den Blutkreislauf wird gesichert, das die Durchblutung aller Organe und Gewebe ihrer jeweiligen Tätigkeit angepasst und insgesamt ausgewogen ist.

Der Bedarf eines Organs richtet sich nach seiner Aktivtät.

So wird der Magen-Darm-Trakt nach Nahrungsaufnahme verstärkt durchblutet. Vor allem die Skelettmuskulatur hat einen stark wechselnden Blutbedarf. Bei Belastung kann die Durchblutung auf das 30-fache des Ruhwertes ansteigen.

In Notfällen werden Blutverluste oder Blutdruckabfälle bis zu einem gewissen Grad durch Änderung der Blutverteilung kompensiert.

Außerdem wird die Wärmeabgabe des Organismus zum größten Teil durch Änderung der Blutverteilung (Hautdurchblutng) reguliert.

Der Organismus besitzt eine Reihe von Regulationsmechanismen, um diese Aufgaben erfüllen zu können.

Was ist die Bluthirnschranke?

Neben Nährstoffen, Stoffwechselprodukten und den Atemgasen bringt das Blut auch Medikament in kürzester Zeit dorthin, wo sie wirken sollen. Nur im Gehirn klappt das nicht: Hier bilden die Zellen der Blutgefäße die sogenannte Bluthirnschranke. Sie lässt nur wenige, ganz bestimmte Stoffe ins Gehirn und schützt es so vor schädlichen Substanzen aus dem Blut. Diese Barriere zwischen dem Gehirn und dem übrigen Körper ist überlebensnotwendig. Sie hat aber auch einen Haken: Medikamente, die direkt ins Gehirn müsssen, um helfen zu können – wie z.B. Zytostatika gegen Gehirntumore oder AIDS-Medikamente gegen ADC (AIDS Dementia Complex) -, werden ebenfalls ausgesperrt.

Wieso kann man das Gehirn als geschlossene Gesellschaft bezeichnen?

Blutgefäße sind von einer Zellschicht ausgekleidet, den sogenannten Endothelzellen. Im Körper sind diese Endothelzellen relativ locker miteinander verbunden: Dort können Stoffe zwischen benachbarten Blutgefäßzellen und zwischen dem Innenraum der Adern hin und her diffundieren. In den Blutgefäßen des Gehirns sind diese Zellen jedoch so eng miteinander verbunden, dass zwischen ihnen kein Stoffaustausch mehr möglich ist. Der einzige Weg vom Blut ins Gehirn führt deshalb jeweils quer durch eine Endothelzelle hindurch. Dazu müssen die Stoffe zunächst durch die Zellmembran der Blutgefäßzellen. Die aber bildet zur Blutgefäßseite hin eine hermetische Barriere. Zur Gehirnseite hin ist sie relativ durchlässig.

Welchen Passerschein benötigen Moleküle zum Einlass ins Gehirn?

Wie jede Zellmembran ist auch hier die Membran aus einer Doppelschicht aufgebaut, die außen wasserlöslich (hydrophil) und innen fettlöslich (lipophil) ist. Wasserlösliche Stoffe kommen durch diese innere, fettlösliche Schicht nicht durch und haben deshalb an der Bluthirnschranke keine Chance. Gleiches gilt für sehr große Moleküle. Es sei denn, sie haben eine Passierschein, also eine bestimmte Struktur, die zu speziellen Rezeptormolekülen in der Membran passt wie ein Schlüssel zum Schloss. Wenn sie an diesem Rezeptor andocken, werde sie durch die Membran ins Innere der Zelle geschleust. Glukose z.B. gelangt auf diesem Weg durch die Bluthirnschranke und auch große Fettmoleküle, die an Trägermoleküle gebunden im Blut zirkulieren.

Welche Türsteher kontollieren trotzdem noch einmal?

Je kleiner und fettlöslicher ein Molekül ist, desto leichter kann es durch eine Zellmembran wandern. Damit auf diese Weise nicht alle erdenklichen Stoffe ins Gehirn gelangen, sind die Membrane der Gefäßzellen dort mit Wächterproteinen gespickt. Sie werden ABC-Carrier genannt. Diese Wächterproteine erkennen und binden die meisten im Gehirn unerwünschten Moleküle und werfen sie wieder hinaus, bevor sie das Zellinnere erreichen. Manche Moleküle schaffen es aber, sie an den Wächtern vorbeizumogeln und ins Gehirn zu gelangen, wie Alkohol, Nikotin oder auch Heroin. Bei manchen dieser Moleküle – Nikotin zum Beispiel – ist jedoch noch nicht ganz klar, warum ausgerechnet sie dazu in der Lage sind. Überhaupt weiß niemand ganz genau, wie ein Molekül aussehen muss, damit es eine Chance hat, die ABC-Carrier zu überlisten.

Welche Funktion hat der Körperkreislauf (großer Kreislauf)?

Der Körperkreislauf (großer Kreislauf) beginnt in der linken Herzkammer und führt sauerstoffreiches Blut in die größte Arterie des Körpers, die Aorta (Hauptschlagader), von der zahlreiche Arterien zu den verschiedenen Organen des Körpers abzweigen. Jede der Arterien verzweigt sich ihrerseits in immer kleinere Arterien, zuletzt in eine sehr große Anzahl von Arteriolen und Kapillaren. Im Kapillargebiet werden Nährstoffe und Sauerstoff an die Zellen abgegeben und Stoffwechselprodukte der Zellen aufgenommen. Von den Kapillaren gelangt das Blut in die Venolen und kleinen Venen, die sich zu größeren Venen vereinigen, bis schließlich die beiden größten Venen – die untere und die obere Hohlvene – das Blut dem rechten Vorhof zuführen.

Der Körperkreislauf, auch großer Kreislauf genannt, leitet das Blut zu allen Organen des Körpers.

Auch die Durchblutung des Gehirns gehört zum großen Kreislauf.

Im großen Kreislauf führen die Arterien sauerstoffreiches Blut (=arterielles Blut), die Venen führen sauerstoffarmes Blut (=venöses Blut).

Welche Funktion hat das Pfortadersystem?

Innerhalb des großen Körperkreislaufs gibt es ein spezielles System, das Pfortadersystem. Das Pfortadersystem ist das Ver- und Entsorgungssystem der Verdauungsorgane des Körpers. Das Blut aus der Versorgung des Magens und der Milz sammelt sich, zusammen mit dem Blut aus der Versorgung des Darms in einer großen Vene, der Pfortader oder Vena portae. Dabei ist das Blut aus dem Dünndarm mit Nahrungsbestandteilen angereichert. Die Pfortader führt das Blut in die Leber. In der Leber werden Kohlenhydrate gespeichert, Fette ab- und umgebaut und das Blut wird soweit von schädigen Stoffen gereinigt, das die verliebenden Bestandteile (z.B. der Nahrung) von den Körperzellen weiter verarbeitet werden können. Von der Leber wird das Blut weitergeleitet in die untere Hohlvene und wird damit wieder in den großen Körperkreislauf eingegliedert.

Welche Funktion hat der Lungenkreislauf (kleiner Kreislauf)?

Der Lungenkreislauf (kleiner Kreislauf) beginnt in der rechten Herzkammer und befördert das venöse Blut weiter in den Truncus pulmonalis, aus dessen Verzweigung kleine und immer kleinere Lungenarterien und schließlich Lungenkapillaren hervorgehen. Im Kapillargebiet der Lunge erfolgt die Abgabe von Kohlendioxid und die Aufnahme von Sauerstoff. In den Lungenvenen fließt das in der Lunge arterialisierte Blut zum linken Herzvorhof zurück und gelangt von dort in die linke Herzkammer und damit wieder in den Körperkreislauf.

Der Lungenkreislauf, auch kleiner Kreislauf genannt, führt das Blut vom rechten Herzen in die beiden Lungenflügel. Von dort kommt das Blut – mit Sauerstoff angereichert – in das linke Herz.

Im kleinen Kreislauf fließt sauerstoffarmes (=venöses) Blut in Arterien in die Lunge und sauerstoffreiches (=arterielles) Blut in die Venen zum Herzen.

Was hält den Verkehr am Rollen?

Der Blutdruck ist in den einzelnen Gefäßabschnitten unterschiedlich hoch, so dass die Strömung des Blutes in einer Richtung durch ein Druckgefälle, das von der Aorta bis zu den herznahen Venen besteht, ermöglicht wird.

Wie hoch ist der normale arterielle Blutdruck?

Systolischer und diastolischer Druck sind individuell verschieden, das heißt, man findet bei den einzelnen Individuen (Menschen) verschiedene Werte.

Bei gesunden Erwachsenen finden sich unter Ruhebedingungen, gemessen an der Armarterie, folgende Werte:

Systolischer Druck 120-140 mmHg

Diastolischer Druck 70 – 90 mmHg

Seitens der WHO wird die obere Grenze des normalen Blutdrucks systolisch mit 140 mmHg und diastolisch mit 90 mmHg angegeben.

Wie wird der Blutdruck gesteuert?

Das Messsystem, das den jeweiligen aktuellen Blutdruckwert, den Ist-Blutdruckwert, zu den Kreislaufzentren signalisiert sind die Barorezeptoren = Pressorezeptoren.

Die für die Blutdruckregulation entscheidenden Pressorezeptoren, das Messsystem zur Kontrolle des Blutdrucks, liegen im Karotissinus und im Aortenbogen. Es sind Nervenendigungen, die mit den Kreislaufzentren in Kontakt stehen.

Was verstehen wir unter Hypotonie?

Eine Hypotonie liegt vor, wenn der systolische Druck dauernd :

  • beim Mann unter 110 mmHg
  • bei der Fau unter 100 mmHg,

der diastolische Druck unter 60 mmHg liegt.

Hypotoniker sind im allgemeinen beschwerdefrei und leistungsfähig. Sie steigen aber stärker zu hypotonen Regulationsstörungen als Menschen mit normalen Blutdruck. Solche Störungen zeigen sich besonders beim Aufstehen aus liegenden Position oder bei längerem Stillstehen.

Symptome können sein:

  • körperliche und geistige Ermüdbarkeit,
  • Schwindelgefühle.

Eine Akutform stellt die orthostatische Hypotonie dar. Hierbei kommt es durch schnelles Aufstehen zum Absacken des Blutes in den Venenbereich der Beine.

Begleitsymptome:

  • Schwindel
  • Ohrensausen

Ursachen:

  • Immobilität (Bettruhe)
  • Infektionen

Opioide können zu einer Herabsenkung des Blutdruckes führen, indem sie auf das Kreislaufzentrum einwirken.Ein durch Schmerz gesteigerter Blutdruck wird durch die Gabe von Opioiden gesenkt; erhält man eine i.v. Injektion im Liegen und steht anschließend zu schnell auf, „fällt das Blut vom Kopf in die Füße“ und es kann zur osthostatischen Disregulation/Hypotonie kommen.

Wie hoch liegen Blutdruckgrenzwerte gemäß WHO?

Eine Normotonie liegt vor, wenn der systolische Blutdruck unter 140 mmHg und der diastolische Blutdruck unter 90 mmHg liegt; eine Hypertonie muss angenommen werden, wenn unabhängig von Alter und Geschlecht an verschiedenen Tagen der systolische Blutdruck mindestens 160 mmHg und/oder diastolisch mindestens 95 mmHg beträgt. Blutdruckwerte, die weder als hyperton noch als normoton definiert werden können, gehören dem Grenzbereich an.

Die Blutdruckgrenzwerte wurden aus der allgemeinen klinischen Erfahrung heraus seitens der WHO definiert. Sie stellen keine allgemein verbindlichen oder akzeptierten Werte dar und müssen aufgrund zukünftiger, kontrollierter therapeutischer Studien möglicherweise weiter gesenkt werden.

Der Blutdruck kann auch durch Einnahme von Medikamenten erhöht werden ( z.B. Kontrazeptiva, Glucocortikoide).

 

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