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Die Lymphe

Das Entwässerungssystem:

Wie ist das Lymphgefäßsystem aufgebaut?

Das Lymphsystem setzt sich zusammen aus:

Lymphgefäßen und

Lymphknoten.

Die kleinsten Verästelungen sind die Lymphkapillaren, die sich überall im Körper befinden. Sie verlaufen parallel zu den venösen Blutgefäßen. Die Lymphkapiallaren beginnen blind und vereinigen sich zu immer größeren Lymphbahnen. Die Lymphbahnen wiederum laufen in den Lymphknoten zusammen und werden von dort über große „Sammelbahnen“ weiter geführt. Einer der wichtigsten ist der Milchbrustgang oder Ductus thoracicus, der die Lymphe aus dem unteren Körperabschnitt sammelt. Im linken und rechten venenwinkel gelangt die Lymphe zurück in die Blutbahn.

Welche Aufgaben hat das Lymphsystem?

Das Lymphsystem hat die Aufgabe, Nahrungsfette aus dem Darm zu transportieren. Außerdem sorgt es, durch die Rückführung der Lymphe in die Blutbahn dafür, dass die Zellzwischenräume von überschüssiger Flüssigkeit befreit werden. Man kann das Lymphsystem auch als eine Drainage (Entwässerungsanlage) bezeichnen.

Welche Organe gehören zum Lymphsystem?

Zum lymphatischen System gehören, neben den Lymphbahnen, auch Lymphknoten, Mandeln, Milz und lymphatisches Gewebe auf Schleimhäuten, z.B. die Peyer Plaques (Peyer-Platten) im Darm.

Was ist Lymphe und welche Bedeutung hat sie für uns?

Genau wie bei Blutbahnen ist der gesamte Körper von einem System von feinen Lymphbahnen durchzogen. In den Kapillaren der Arterien tritt Blutplasma durch die feinen Membranen in die Zellzwischenräume (Interstitium) aus. Zusammen mit dieser Flüssigkeit gelangen auch Leukozyten in die Zellzwischenräume. Ein Großteil des Blutplasmas – 90 Prozent – wird wieder in die venösen Blutgefäße rückresorbiert. Die restlichen 10 Prozent gelangen als Lymphe in die Lymphbahnen, schließlich über Ductus thoracicus und Ductus lymphaticus dester in das Venensystem. Die Lymphe hat einen schwankenden Eiweißgehalt, der meist niedriger ist als die Plasma-Proteinkonzentration; wegen ihres Gehaltes an Fibrinogen und Gerinnungsfaktoren kann die Lymphe gerinnen. Die Gewebsflüssigkeit (Interstitial-Flüssigkeit) selbst ist ebenfalls proteinhaltig (lokal verschiedene Konzentrationen, im Mittel etwa 0.5%), da ein beschränkter Proteinaustausch zwischen Plasma und extravasculärem Flüssigkeitsraum möglich ist.

Wie gelangt das Fett aus dem Darm in die Lymphe?

Wasserunlösliche – aus dem Dünndarm resorbierte – Fettsubstanzen gelangen als Chylomikronen in die Lymphgefäße; die Lymphe des Ductus thoracicus ist daher nach einer fettreichen Mahlzeit milchig getrübt. Die Lymphozyten treten ebenfalls auf dem Lymphweg in den Blutkreislauf über; Lymphe im Ductus thoracicus ist daher reich an Lamphozyten.

Was sind Lymphozyten und welche Funktion haben sie?

Die Lymphozyten sind kugelige Zellen und haben etwa die gleiche Größe wie die Erythrozyten; sie haben amöboide Beweglichkeit und können aus den Kapillaren in die Gewebe und umgekehrt wandern. Zahlreiche Einzelheiten der Lymphozyten-Bildung  (Lymphozytopoese) sind bisher ungeklärt. Sicher ist, dass im Laufe der Embryonalentwicklung auftretenden Lymphozyten aus dem Knochenmark stammen. Im späteren Leben erfolgt die Lymphozytenbildung im Knochenmark und in den lymphatischen Organen. Ein Teil der im Blut zirkulierenden Lymphozyten tritt wieder in die Lymphnoten ein, wird gespeichert und kan wieder ins Blut abgegeben werden.

Im Blut des Erwachsenen sind 10 Prozent der weißen Blutkörperchen Lymphozyten.

Die primär im Knochenmark entstanden Lymphozyten werden in den lymphatischen Organen so geprägt, dass man sie nach ihrer Funktion in zwei Gruppen teilen kann:

  •  T-Lymphozyten (Thymus – geprägte Lymphozyten) Diese Zellen besitzen die Fähigkeit, nach Kontakt mit einem Antigen zelluläre Abwehrmechanismen in Gang zu setzen (z.B. Abstoßung von Transplantaten).
  • B-Lymphozyten (im Knochenmark [bone marrow]) sind an den humoralen Abwehr- und Immunvorgängen entscheidend beteiligt; sie sind in der Lage, Antikörper zu synthetisieren.

Was sind Lymphknoten und welche Funktion haben sie?

In den Verlauf der Lymphgefäße sind besondere Filtereinrichtungen eingebaut, die Lymphknoten. Sie sind

  • Filterstationen, die die Lymphe reinigen. Durch Makrophagen und Lymphozyten werden Krankheitserreger, Fremdkörper und Zelltrümmer beseitigt.
  • Bildungsstätten der Lymphozyten, die sich vorwiegend im lymphatischen System und nur zu einem geringen Teil in den Blutbahnen aufhalten.
Die Lymphknoten bestehen aus einer bindegewebigen Kapsel, von der aus Stränge in das Innere ziehen. Zwischen den Strängen liegt schwammartig retikuläres Bindegewebe, die Bildungsstätte der Lymphozyten. Mehrere Lymphgefäße münden jeweils in einen Lymphknoten, aus welchem ein einziges größeres Lymphgefäß hervorgeht.
Entzündete Lymphknoten schwellen an und sind sehr druckempfindlich. 
Zellen bösartiger Geschwülste können in das Lymphsystem gelangen und in den Lymphknoten Tochtergeschwülste bilden (Metastasen).

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